• Chirurgie am Stadtgarten
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Wundversorgung bei Weichteilverletzungen und Versorgung von chronischen Wunden

Was versteht man unter einer Wundversorgung?

Die Wundversorgung umfasst die Reinigung, die Inspektion von weiteren, tieferen Verletzungen, die Versorgung der Verletzungen und abschließend das sachgerechte Verschließen der Wunde. Die anschließende Pflege von offenen Hautverletzungen darf nicht vergessen werden.

Besonders bei ausgeprägten Verletzungen oder wenn ein ungünstiger Heilungsverlauf eintritt, ist ein sorgfältiges Wundmanagement für die Heilung entscheidend. Dies sollte nach Expertenstandards der Wundversorgung durch Fachpersonal erfolgen.

Wunde

Eine Wunde entsteht durch Verletzung der Haut, Schleimhaut oder auch an Organen.

Die Haut ist der schützende Mantel, der den Menschen umhüllt. Sie schützt uns vor schädlichen Umwelteinflüssen, polstert Druck und Stößen ab und bewahrt uns im gewissen Umfang vor Verletzungen.
Kommt es zu einer Verletzung, geht die schützende Funktion verloren. Daher sollte ein Defekt der Haut möglichst schnell und ohne Komplikationen verheilen.

Wenn die Haut nicht mehr intakt ist, können Keime ungehindert in tiefere Hautschichten vordringen und zu einer Infektion führen. In der Medizin spricht man, in Abhängigkeit der Tiefe, von einem Ulkus oder einem Geschwür.

Wundversorgung

Primäre und sekundäre Wundversorgung

Innerhalb einer Zeitfrist von sechs bis acht Stunden nach einer Verletzung, kann die Wunde unter chirurgischen Bedingungen verschlossen werden. Wir sprechen von einer primären Wundversorgung. Wenn tiefere Schichten der Haut durchtrennt wurden, muss unter Umständen geklammert oder durch eine chirurgische Naht verschlossen werden. Unter Umständen können auch Klammerpflaster oder Gewebekleber zum Einsatz kommen.

Wichtig ist sowohl bei oberflächlichen wie auch bei tiefen Verletzungen die Reinigung der Wunde. Da dies schmerzhaft sein kann, lohnt sich eine örtliche Betäubung. Erst durch die Entfernung von Fremdkörpern und Keimen kann die Wunde ohne Komplikationen abheilen.

Wunden sollten bis auf Bagatellverletzungen ärztlich vorgestellt werden. Die Wunde wird zunächst genau beurteilt. Es wird die Durchblutungssituation und die Verletzungstiefe begutachtet. Je nach Verletzung und Empfinden erfolgt dies alles unter einer örtlichen Betäubung. Nach weiterer Begutachtung zum Ausschluss tiefgreifender Verletzungen erfolgt die Wundreinigung. Vor dem Verschluss erfolgt ggf. das Ausschneiden der Ränder, die gequetscht sein können und viel Schmutz enthalten, womit sich die Narbenbildung deutlich reduzieren lässt. Unter Umständen wird eine kleine Drainage zum Ableiten von Wundsekret gelegt.

Eine infizierte Wunde oder eine Verletzung, die seit längerem besteht (u.U. schon seit Wochen oder Monaten), kann nicht wie oben beschrieben wie bei der primären Wundbehandlung versorgt werden. In der Wunde befinden sich bereits Krankheitserreger. Diese können sich bei einem Wundverschluss stark vermehren und es kann eine schwere Infektion entstehen. Daher wird die Wunde offen behandelt, regelmäßig fach- und sachgerecht gesäubert und kann ggf. im Verlauf mittels Naht verschlossen werden.

Sekundäre Wundversorgung bei chronischen Wunden

Bei chronischen Wunden stellt sich die Heilung häufig als sehr komplex dar. Nicht nur, weil auch hier durch bakterielle Besiedelung die Heilung gestört ist. Weil weitere Erkrankungen vorliegen, kann die Heilung ausbleiben: z.B. bei einer Durchblutungsstörung, mangelnder Beweglichkeit oder Diabetes mellitus. Hier spielt die Wundreinigung und die Konditionierung der Wunde eine entscheidende Rolle. Abgestorbenes Gewebe, welches der ideale Nährboden für Keime ist muss ggf. regelmäßig abgetragen werden (Debridement). Unter Umständen werden Vakuumverbände angelegt, wodurch es zu einer Reinigung des Wundgrundes und zu einer Stimulation des Narbengewebes kommt. Für den vorübergehenden Verschluss kommen spezielle Verbandmaterialen zum Einsatz, der endgültige Verschluss kann auch eine Hauttransplantation erforderlich machen.

Soweit möglich führen wir alles Nötige und Mögliche hier in der Praxis durch. Bei Bedarf vermitteln wir entsprechende Spezialisten ambulant oder stationär.